Was ist Yoga?

Darauf gibt es nicht nur eine Antwort sondern viele. Yoga kann man nicht erklären, Yoga muss man erfahren.

Im Prinzip sind es körperliche Übungen, die in Verbindung mit dem Atemfluss, Körper und Geist in Einklang bringen.

Dadurch wird jeder Yogaübende geschult sich auf sich selbst zu konzentrieren, lernt die Aufmerksamkeit auf seinen Körper zu lenken und sich selbst und seine körperlichen Grenzen zu entdecken.

Das ist meiner Ansicht nach auch der erste und wichtigste Schritt bei allen Arten von Yoga die man ausübt: „Lerne Deinen Körper zu spüren, erfahre deine eigenen Grenzen und versuche über diese hinaus zu gehen ohne dich zu verletzen. Spüre deine eigenen Defizite und lerne dann an diesen zu arbeiten.“

Dass Yoga darüber hinaus weitaus mehr sein kann als eine körperliche Übung, muss jeder für sich erfahren. Mit unterschiedlichen Lehrern und mit dem Ausprobieren verschiedener Yoga-Richtungen kann jeder das finden was er für sich gut findet und braucht.

Der wesentliche Unterschied zu Pilates und Balance-Stunden in Fitnessclubs ist der, dass hier durch Meditation und mit unterschiedlichen Ritualen und Lebensweisheiten auch der Geist mit einbezogen wird.

Und genau da komme ich wieder an diesen Punkt, dass es auf die Frage „Was ist Yoga“ viele Antworten gibt: Für den einen ist Yoga die wöchentliche Sporteinheit, für den anderen wurde Yoga vielleicht sogar zur Lebensphilosophie, für andere ist es eine spirituelle Erfahrung.

Viele, die mit dem Gedanken spielen Yoga auszuprobieren, werden schon beim Lesen des Namens der Yoga-Richtung abgeschreckt. Kommen dann noch die indischen Bezeichnungen der Übungen dazu oder gar Anweisungen des Lehrers in der indischen Bezeichnung – ohne das der Schüler weiß um was es geht – ist der Mut bald wieder dahin, sich auf das Thema Yoga einzulassen.

Nicht jeder der Yoga übt muss zu einem erleuchteten Yogi werden. Jeder kann den Weg finden der für ihn der Richtige ist und sei es die Erkenntnis, dass die Pilates oder Balance-Stunde im Sportclub für ihn besser ist als eine traditionelle Kundalini-Yoga Stunde .

Artistisch und akrobatisch dargestellte Positionen sorgen dann oft für das Urteil „Das lerne ich nie“, oder „Das ist doch nichts für mich“, „Dafür bin ich zu ungelenkig“. Mit dem falschen Lehrer oder dem Kursbesuch eines Levels welches für Fortgeschrittene gedacht ist, werden diese Vorurteile dann auch schnell bestätigt und die Idee „Yogaschüler“ zu werden für immer verbannt.

Yoga zu erfahren bedeutet eben auch zu erkennen und nicht zu verurteilen. Ich möchte hier auch betonen, dass die Ergänzung von Yoga mit klassischen Trainingsstunden im Fitness-Club bestens zu kombinieren sind. Sehr schnell erfährt man wie hilfreich Yoga sein kann um sich besser auf Übungen konzentrieren zu können und dass mit geschulter Atemtechnik die Ausdauer und Kraft enorm steigt.

Wenn ich gefragt werde was Yoga für mich bedeutet antworte ich immer mit den Worten:

„Es ist Zeit für mich selbst. Es ist das Erlernen sich im Hier und Jetzt zu befinden – keine Sekunde in der Vergangenheit und keine Sekunde in der Zukunft zu verweilen.

Es ist der Moment an dem ich meine Sorgen vor der Türe lasse und zu denen ich nach einer Übungsstunde zurückkehre um sie eventuell aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und anzugehen. Es ist die Erfahrung Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen.

Es ist mit Sicherheit auch der Gesichtspunkt einen ästhetischen und wohl geformten Körper zu erreichen, der mir ein gesundes und schmerzfreies Leben ermöglicht bis in ein hohes Alter.

Und für mich ganz persönlich ist es auch der Weg dahin einen Lebensstil zu führen der so gut wie möglich danach ausgerichtet ist, dass alle Lebewesen auf dieser Welt frei und glücklich sind.